Brasilien sei das ewige Land der Zukunft, lautet ein gängiges Bonmot, das sei vor fünfzig Jahren schon so gewesen, und das werde auch in fünfzig Jahren noch so sein. Delfim Netto, ein Enkel italienischer Auswanderer, war gleichsam die Inkarnation dieses fatalistischen Lebensgefühls im unterkühlt-beschwingten Bossa-nova-Sound. Während über einem halben Jahrhundert galt der Ökonom, Buchautor und Kolumnist als einer der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Drahtzieher in den verworrenen Innereien dieses gigantischen Landes, das rund die Hälfte der Bevölkerung und des Territoriums Südamerikas umfasst.
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