Appenzell Ausserrhoden - Verlust der Mitte
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Die Weltwoche

Appenzell Ausserrhoden - Verlust der Mitte
ABO

Kantons-Serie (20)

Appenzell Ausserrhoden - Verlust der Mitte

Die Ausserrhoder trennen Welten: Die einen blicken an den Säntis, die andern über den Bodensee. Ereignisse der jüngsten Vergangenheit haben die Einwohner des liberalsten Kantons in eine Identitätskrise gestürzt.
Als rasender Reporter kommt man in Appenzell Ausserrhoden an seine Grenzen. Hinter Urnäsch, dem urigsten Dorf des Halbkantons, bekannt für seine nach wie vor lebendigen Bräuche (interessierte Jungbauern haben sich auf Wartelisten zu setzen; sie können erst mitmachen, wenn ein Alter abtritt), ist man mit dem Auto auf der Strasse plötzlich ein Exot. Eine Kuhherde trottet uns entgegen, aus den Augen der Tiere blinkt so etwas wie herablassende Nachsicht. Eines touchiert mit dem Bauch den Aussenspiegel. Die Strasse führt den Hang hinauf, bis zu einem Fahrverbot auf tausend Meter Höhe. Dann geht es nach links, und wir sind da: Strüssler 1826. Die Adresse, die den Fremden verwirren mag, is ...
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