Am Sonntag hatte im Zürcher Opernhaus Verdis «Aida» Premiere. Dass die Regisseurin Tatjana Gürbaca den Triumphmarsch zu einem Leidenszug macht, dass sie alles Ägyptische weglässt und das Stück in die hiesige Zeit versetzt, passt hier ganz gut. Selbst dass die Handlung in einer unterkühlten Designerwohnung spielt, ist stimmig – obschon dies heutzutage in jedem zweiten Theaterstück der Fall ist. Dass sich aber der Kriegsheld Radames unsterblich in eine korpulente Big Mama (Aida) verliebt, nein, das ist in einer nach Realismus strebenden Inszenierung nur schwer hinzunehmen – auch wenn die Darstellerin (Latonia Moore) hervorragend singt. Auf prunkvolle Kostüme und Bühnenbilder kan ...