«Menschen werden nicht mehr gewohnt sein, ihr Gedächtnis anzustrengen. Sie werden sich auf externe Quellen verlassen anstatt auf das Erlernte . . .» Klingt wie die Botschaft eines IT-Skeptikers? Das Zitat stammt aus Platons «Phaidros». Im 4. Jahrhundert v. Chr. war seine Skepsis gegenüber dem Medium Buch vergleichbar mit der heutigen Kritik am Internet. Derzeit behauptet Nicholas Carr, das Internet knabbere unter anderem an unserer Aufmerksamkeitsspanne. Er zieht Studien heran, bedauert die Marginalisierung fordernder Lyrik sowie Literatur. Aber seine Lektüre «Wer bin ich, wenn ich online bin» hinterlässt einen faden Nachgeschmack: Anstatt kritisch Vor- und Nachteile zu beleuchten, ...