Seit geraumer Zeit hört man also Bücher, statt sie zu lesen. Selten gefällts, weil sich die Sprecher zu sehr selbst gefallen. Hier aber ist von einem Ereignis zu berichten: Der Schauspieler Ben Becker liest «Betty Blue» von Philippe Djian, diesen wahnwitzigen Roman über zwei Liebende, die von der Welt mehr erwarten, als sie halten kann. Becker, selbst eine Figur zwischen Tag und Nacht, ist eine Idealbesetzung für diese Sprechrolle. Seine Rohheit macht den Text noch grösser, als er eh schon ist. Der Höhepunkt der Diogenes-Produktion kommt ganz am Schluss, wenn Becker sein eigenes «Its All Over Now, Baby Blue» singt - das ist besser als Bob Dylan selbst. Ein Muss. (pet)
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