Henning Mankells neuer Thriller ist da. «Der Chinese» (Zsolnay, Fr. 48.-) beginnt damit, dass ein Unbekannter in einem Dorf 18 Menschen massakriert. Diese Monstrosität zeigt schon das Problem: Mankell schreibt, als aspiriere er auf einen narrativen Rekord. Er packt vier Erdteile in die Story, switcht ins 19. Jahrhundert und retour, führt mehrere Hauptpersonen ein - Ausdruck des moralischen Credos, dass in der globalisierten Welt Unrecht über Zeit und Distanz weiterwirkt. Aber leider fügt der ambitionierte Autor sein Beweis-, pardon: Handlungsmaterial nicht sauber zusammen, bei den psychologischen Begründungen etwa hapert's. Fazit: missraten. (tow)
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