Man stelle sich vor, Kunstexperten lobten jahrelang einen Künstler – und plötzlich stellt sich heraus, dass er ein Holocaust-Leugner ist. So geschehen in den USA mit dem Keramikkünstler Charles Krafft. Die Zeitschrift New Yorker ging dem Fall auf mehreren Seiten nach, und es zeigt sich: die Reaktionen der Kunstkritiker, die dem Künstler gehuldigt hatten, sind aufschlussreicher für das Funktionieren der Kunstszene als die Enthüllung selbst. Zum Teil sagen Kritiker, sie hätten die Nazi-Gesinnung durchaus bemerkt, aber bewusst ignoriert. Andere Experten geben an, sie hätten Kraffts Nazi-Anspielungen als Ironie verstanden gehabt. Wahrscheinlich ist dies tatsächlich ein Hauptmerkma ...