Werde ein Schriftsteller in irgendeiner Form mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, so bedeute das in Deutschland die «sofortige Exkommunikation» aus dem Literaturbetrieb, den «sofortigen Tod». Das schrieb der Schweizer Autor Christian Kracht vor einigen Jahren dem US-Künstler David Woodard. Letzte Woche brach tatsächlich die Nazi-Keule über Kracht herein: Der Spiegel bezichtigte ihn, rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten. «An seinem Beispiel kann man sehen, wie antimodernes, demokratiefeindliches, totalitäres Denken seinen Weg findet hinein in den Mainstream», hiess es in dem Artikel. Das Resultat: Fast alle Medien nahmen Kracht in Schutz, Schriftsteller von Elfrie ...