Er schuf, anders als Leonardo da Vinci, Frauen von irdischer Sinnlichkeit. Raffael malte ihre Seele. Ein exzessives Liebesleben, so die Vermutung der Zeitgenossen, brachte ihn 1520 mit erst 37 Jahren ins Grab. Sein Tod wurde wie der eines Herrschers oder Papstes beklagt. Doch spätere Generationen sahen in der Kunst des virtuosesten Malers der Renaissance nur noch leblose formale Perfektion. Zu Unrecht, wie Antonio Forcellino in seiner überaus plastisch und kenntnisreich geschriebenen neuen Raffael-Biografie (Siedler-Verlag) zeigt. Raffael entsprach nicht der Sublimierungstheorie, wonach ein Künstler leiden und verkannt sein muss, um ein bedeutendes Werk zu schaffen. Er ist der Beweis daf� ...