Das grossartige Gastspiel des US-Regiemeisters Robert Wilson letzte Woche im Theater Basel zeigte wieder einmal auf, zu was Theater fähig ist. Sein Epos «The Life and Death of ÂMarina Abramovic» ist ein düsterer Abend Âvoller Pathos, starken Bildern, eindringlicher Musik. Ein knapp dreistündiger Rausch, der tief ins Innere eindringt. Weshalb sind solche Erlebnisse im hochsubventionierten deutschsprachigen Theater so rar? Drei Erkenntnisse aus dem Abend: 1. Die hiesigen Regisseure haben Hemmungen, die Macht grossangelegter Bilder auszuspielen. 2. Die unsägliche Mode, bei den Schauspielern auf zerbrechliche Stimmen und schlaffe Körper zu setzen, hat die deutschsprachigen Bühnen v ...