Vor wenigen Tagen schauten britische Liebesroman-Leserinnen ebenso verdutzt aus der Wäsche wie die Kulturredaktoren des BBC: Hatte die Romantic Novelists’ Association (RNA) tatsächlich einen männlichen Autor in die Endrunde der Pure Passion Awards 2011 aufgenommen? Mag ja sein, dass Männer gute Liebesromane schreiben können – nur würdigen die rund 700 Autoren und Verleger der RNA das männliche Talent für hitzige Prosa höchst selten. So selten, dass die BBC die Nominierung von Tom Gamble («Amazir») kurzerhand zur Schlagzeile erklärte. Das letzte Mal, dass ein Geschlechtsgenosse den Preis einheimsen durfte, war vor 33 Jahren. Damals hatte Peter O’Donnell die Lorbeeren geholt, ...