Am Zürcher Schauspielhaus beginnt am Sonntag ein Kongress über den grossen deutsch-jüdischen Dramaturgen Kurt Hirschfeld: 1933 holte ihn der damalige Schauspielhaus-Besitzer und -Direktor Ferdinand Rieser nach Zürich, während und nach dem Zweiten Weltkrieg war er das Hirn der letzten grossen freien Bühne im deutschsprachigen Raum, 1961 wurde er selbst Direktor des Theaters. Zwar hat er nicht die Uraufführung von Brechts «Mutter Courage» inszeniert, wie die Kongressorganisatoren fälschlicherweise schreiben (das war eine andere Schauspielhaus-Legende: Leopold Lindtberg), doch Hirschfelds Einfluss auf das Geistesleben in der Schweiz und das gesamte deutschsprachige Theater war enorm. ...