Nichts gegen die Bücher der Somalierin Waris Dirie. Mit fünf Jahren beschnitten, versucht das Topmodel heute im Auftrag der Uno zu verhindern, dass andere Mädchen dasselbe erleiden. Allerdings schwimmt Dirie mittlerweile im Mainstream eines Boomgenres: Frauenschicksale aus islamischen Gefilden, spektakulär aufbereitet für westliche Leser(innen). Nachdem sich das Dutzend Schockermemoiren von Safiya Hussaini über Fauziya Kassindja bis Nedjma zur Série noire verfestigt hat, möchte man den Verlagsleuten sagen: Bringt uns zur Abwechslung eine Muslima, die nicht geschlagen, verbrannt, verstümmelt wurde. (tow)
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