Das «Opfer» gehört zu den Archetypen der Religiosität. Nach dem Auszug aus Ägypten führten die Israeliten einen mobilen Tempel mit Opferaltar mit, dessen Bauplan das Buch Exodus umfangreich schildert. Das wird im Buch Leviticus durch präzise Opfervorschriften fortgesetzt. Bereits in der Schöpfungsgeschichte spielen Opferhandlungen eine prominente Rolle: Kain und Abel bringen Gott je ihr Opfer dar, und der Bruderzwist entzündet sich daran, dass Gott Abels Opfer annimmt und Kains Opfer zurückweist (Genesis 4). Auch Noah beginnt das neue Leben nach der Sintflut mit einer Opferhandlung (Genesis 8,20ff).
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