Am Ende des vergangenen Jahres feierte das ehemals katholische Hilfswerk Caritas einen politischen und publizistischen Grosserfolg. «Eine Million Arme in der Schweiz» lautete die Alarmzahl, die Caritas in einem selbstangefertigten «Sozialalmanach» in den ruhigen Feiertagen verbreitete. «Jeder siebte Schweizer arm», «Immer mehr sind immer ärmer», «Armut als Armutszeugnis» echoten ohne die kleinste Ausnahme die Schweizer Medien. Die hastig verfassten und hysterischen Kommentare trieften vor Betroffenheit; der Neid auf die Manager erreichte ein neues Jahreshoch; und die politischen Parteien zeigten sich auf Kommando tief «schockiert».
Nur mitzählen, die Panikzahl nachrechnen und d ...