«Familien und Delinquenz»: Unter diesem nüchternen Titel hat der Lausanner Kriminologe Marcelo Aebi kürzlich einen Vortrag an einer Fachtagung in Interlaken gehalten. Der in Buenos Aires geborene Wissenschaftler arbeitet an der bisher umfassendsten Studie über den Zusammenhang von Familientypen und Jugendkriminalität. Was er herausgefunden hat, birgt Sprengstoff.
Zunächst bestätigen Aebis Untersuchungen ein bekanntes Phänomen: Kinder von alleinerziehenden Eltern verstossen häufiger gegen das Gesetz als Kinder aus intakten Familien. Schon dies ist ein bemerkenswerter Befund, der die Auflösung der klassischen Familie in einem kritischeren Licht erscheinen lässt, als dies in jüngs ...