Natürlich hat er nicht die Musik erfunden. Aber er war der erste deutsche Komponist von europäischem Rang. Und er stand im frühen Barock an einer gewichtigen Epochenschwelle, die – vereinfacht gesagt – vom Objektiven zum Subjektiven führte. Unverkennbar sind es Töne aus einer anderen Zeit. Nichts für den Schnellverzehr; Geduld wird von den Hörenden verlangt, sogar Durchhaltevermögen.
1585, genau hundert Jahre vor Johann Sebastian Bach, dem er den (geistlichen) Weg bereitete, kam Heinrich Schütz in Sachsen zur Welt. Seine drei gewichtigen Passionsdramen komponierte er – nach den Stürmen des Dreissigjährigen Krieges – als fast Achtzigjähriger. Die Summe eines reichen Leben ...