Ein junger Mann sitzt vor einem Mikrofon. Mit gesenktem Blick und hoch konzentriert imitiert er das Geräusch einer Tomahawk-Rakete. Man hört, wie sie sich nähert, einschlägt und mit dumpfem Gedröhne detoniert. Der albanische Künstler Anri Sala hat die Imitationsperformance in einem Belgrader Tonstudio auf Video aufgezeichnet. Wer die Tonspur hören will, muss sich einen Kopfhörer aufsetzen. Die Situation ist intim und die Konfrontation hautnah: Die Erinnerungen des jungen Albaners, der die Raketen während vieler Nächte gehört hat, dringen ins Denken des Zuhörers ein und setzen sich im Gedächtnis fest. Kein Blut, kein Gemetzel, keine schreckverzerrten Gesichter: Diese Arbeit, die ...