Man muss es nur lange genug anschauen. Dann fängt dieses Gesicht von vollkommener Ebenmässigkeit, das einen anfänglich in seiner Kühle erhaben, ja abweisend dünkt, sachte zu leuchten an. Wärmendes breitet sich von seiner Mitte aus, einem leise knisternden Feuer ähnlich, das durch eine verschlossene Ofentür glüht. Ein flüchtiges Lächeln schimmert auf einmal auf seinen Lippen. Und allmählich glaubt man, das Herz dieser Frau zu spüren, wie es leise, aber kraftvoll unter der steifen Robe pocht, die wie ein filigran dekorierter Brustpanzer ihren Körper einschnürt.
Das Porträt, das einen derart in den Bann zieht, zeigt Eleonora von Toledo (15221562). Jene Frau, die für die späte ...