Da steht sie also, die «Oligarchin», breitbeinig zwischen riesigen Getreidesilos, die Arme in die Hüften gestützt, auf den Lippen ein halb spöttisches, halb trotziges Lächeln. Es war nicht einfach, Jasminka Marinkovic dieses Treffen abzuringen. Sie ist misstrauisch. Und dies ist nicht erstaunlich. Marinkovic und ihre drei Geschwister gehören zu den reichsten Bolivianern, und sie sind obendrein weiss. Keine guten Voraussetzungen, seit Präsident Evo Morales vor drei Jahren in La Paz das Kommando übernommen hat. Kaum ein Tag vergeht ohne präsidiale Drohgebärde gegen die «Oligarchen», die an allem Möglichen schuld sein sollen: steigende Preise, Komplotte gegen die Regierung, Kooper ...