Anständige Leute haben Ordnung im Weinkeller und führen Listen über Eingänge und Ausgänge. Mir gelingt das nicht. Wie in meiner Bibliothek ist zwar der Spur nach eine Art System zu erahnen, aber nur für mich. Dafür führt mich die Suche nach etwas Bestimmtem in zahlreiche Abschweifungen und zu den merkwürdigsten Funden. Wie unlängst zu einer Flasche, die ich längst getrunken wähnte. Ich verdanke sie Stuart Pigott, Engländer in Berlin und unter den kompetenten Weinautoren der Welt der schrägste Vogel. Wir sassen im Berliner «Weinstein», und zu unserem Gespräch zog Pigott listig einen Roten ohne Etikette aus der Kühlbox (es war der Rekordsommer 2003, die Hitze um die 40 Grad ...