In diesen gedenkseligen Tagen wird nicht nur das Kriegsende gefeiert, ein rustikaler Toast auf die Schweizer Grenzen ausgebracht und – da Nostalgie im Gegensatz zu Schengen billig zu haben ist – unser heimeliges Sonderfalldenken wiederbelebt. In unseren Nachbarländern geschieht noch viel Exzeptionelleres. Damit die Franzosen am 29. Mai doch noch für den Europäischen Verfassungsvertrag stimmen, haben Staatspräsident Jacques Chirac und die EU-Gewaltigen sogar die Reservisten aus der Kultur aufgeboten, für die man sonst wenig übrig hat (in Zahlen ausgedrückt: Das europäische Kulturbudget macht gerade einmal 0,12 Prozent der Gemeinschaftsausgaben aus).
Letzte Woche lud man nun übe ...