In der Literaturszene glaubten viele nicht mehr daran, dass Peter Rüedi seine Dürrenmatt-Biografie je zu Ende bringen wird. Rüedi hatte den Schriftsteller 1990 ein paar Mal für eine Artikelserie in der Weltwoche interviewt. Kurz danach starb Dürrenmatt, und der Diogenes-Verleger Daniel Keel schlug Rüedi vor, das vorhandene Material zu einer Biografie auszubauen. Der sagte zu – ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein.
Runde Todes- und Geburtstage Dürrenmatts verstrichen – eigentlich stets Gelegenheiten, eine Biografie medienwirksam zu lancieren –, doch Rüedi winkte immer ab. Der Biograf hatte sich im scheinbar unend- lichen Dürrenmatt-Kosmos verloren, hatte bereits 1600 Se ...