Korruptionsskandale, Entlassungen hochrangiger Beamter, Einbruch der Reallöhne, zwei Jahre Wirtschaftskrise – und das Ergebnis: Seit bereits über sechs Monaten reitet der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Welle der Zustimmung von über 80 Prozent. Die Zuverlässigkeit der Erhebungen steht ausser Frage. Kurz vor den Parlaments- und zwei Jahre vor den ungleich wichtigeren Präsidentschaftswahlen, die Putin bis 2024 im Amt bestätigen könnten, blickt das politische Europa halb neidisch, halb angewidert gen Osten.
Putin ist ein Phänomen. In der Ukraine hat er ein Remis herausgeschunden, in Westeuropa erfolgreich um Sympathien geworben, und das russische Engagement im Nahen und ...