Durch das Coronavirus gerät das Leben nicht aus den Fugen – und es führt mich zurück in meine Jugend. Ich stamme aus Russland und wuchs zu Sowjetzeiten in Rostow am Don auf. Im Kommunismus war der Lebensmittelverkauf noch zentral geregelt, in einem sogenannten Produktovy-Magazin (Lebensmittelgeschäft).
Als ich am Samstagmorgen zur Migros-Filiale in Ebmatingen kam, wähnte ich mich in die frühen neunziger Jahre in meiner alten Heimat zurückversetzt: eine lange Warteschlange schon vor Ladenöffnung – und später im Geschäft leere Regale und Menschen, die sich um die letzte Packung Toilettenpapier stritten. Bemerkenswerterweise hamstert ...