Wenn in einem hiesigen Krimi ein Junkie unter Mordverdacht gerät, dann lässt das den versierten Zuschauer bzw. Leser unbeeindruckt. Denn es waltet im Kulturunterhaltungsbetrieb, der breitflächig von den Idealen der Toleranz und des Engagements für die Schwachen der Gesellschaft imprägniert ist, die Regel: Ein Drogensüchtiger soll nicht, wie es Normalbürger hin und wieder sind, böse sein. In der Situation der Repräsentation und Repräsentativität ist er ein didaktisches Vehikel. Und die an ihm befestigte Botschaft lautet: Er ist ein Opfer, weswegen er kein Täter sein kann.
Eine plakative Behauptung, klar. Es ist aber meist so. Und es ist jetzt wieder so in «Tod einer Ärztin», e ...