Die Zeiger stehen auf 21 Uhr 15 Uhr, und Martina Gedeck stösst dem Mann ihr Weinglas seitlich in den Hals. Er schreit. Sie steht auf, nimmt sich seine Lederjacke und geht. Eine solche Jacke wollte Harper Regan schon immer haben. Später sagt sie über ihre Aktion dem Unbekannten, mit dem sie Sex haben wird: «Es hat sich toll angefühlt.»
Mit diesem Satz geht ein Lacher durch das Publikum im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg an der Premiere von «Harper Regan» mit Martina Gedeck als Ereignis. Eine Schauspielerin zeigt mit Oscar-würdigem Minimalismus, wie eine Frau zur Welt kommt, wie sie sprechen lernt – und handeln. Der Brite Simon Stephens, einer der erfolgreichsten Dramatiker der ...