Der Rückgriff auf die Moderne liegt seit einigen Jahren in der Luft. Und der 35-jährige Anselm Reyle ist, so scheint es, einer der Meister dieses Trends: Wie er mit einfachsten Mitteln, mit Metallfolie beklebten Bildern zum Beispiel, fast so etwas wie die Essenz der Moderne heraufbeschwört, ist frappant. Seine Variationen auf Otto Freundlich, Fernand Léger und neuerdings sogar auf Ferdinand Hodler sind abstossend und pointiert. Billig? Sicher, aber auch: brillant.
Wie kommen Kritiker und andere Kunstsachverständige eigentlich zu solchen Urteilen? Ein Grossteil der Einschätzungen basiert auf Erfahrung. Auf Vergleichsmöglichkeiten also, aufgrund deren Intention, Ausführung und Innovati ...