Eduard Benesch, Chef der tschechischen Exilregierung in London, sah die deutsche Niederlage am Ende des Zweiten Weltkriegs als willkommene Gelegenheit, endlich eine ethnisch einheitliche Tschechoslowakei zu schaffen. Zu diesem Zweck initiierte er die «Benesch-Dekrete», die bis heute Teil der tschechischen Rechtsordnung sind. Sie legalisierten die Enteignung und Vertreibung der grossen deutschsprachigen Minderheit, deren Vorfahren seit dem 12. Jahrhundert in Böhmen, Mähren und der Slowakei ansässig gewesen waren. Was die Prager Geschichtsschreibung bis heute als «Aussiedlung» bezeichnet, geriet in Wahrheit zur brutalen Racheaktion des mobilisierten Pöbels. Die Volksdeutschen verloren ...