Wo standen Sie im deutschen Terrorherbst und zuvor?
Anfangs wäre ich in den Augen der Polizei wohl auch ein Sympathisant gewesen. Ich war damals gerade mal zwanzig. Es war eine tolle Zeit, in der man sich endlich von dem autoritären Denken der Elterngeneration und dem Nazitrauma absetzte. Wir wollten den ganzen Mief entsorgen. Weniger toll war dann, dass plötzlich die Versuche zunahmen, den Staat gleich mit zu entsorgen. Ich jedenfalls ging lieber ins Kino, als mich mit Polizisten zu prügeln.
War die RAF mehr als eine brutale Verbrecherbande?
Dass die Jungen und Bewegten gegen die Kriegsgeneration der Eltern aufbegehrten, das war ein notwendiger Befreiungsschlag. Dass dann so viel hyster ...