Ist es pure Schönheit? Ist es schierer Kitsch? Die Meinungen zu den «Chants d’Auvergne» von Joseph Canteloube, zwischen 1924 und 1955 herausgebracht, gehen extrem auseinander. Hier die stillen Geniesser, die sich von diesen Gesängen aus der südfranzösischen Provinz ins Paradies des betörenden Wohllauts entführen lassen. Dort die strengen Folkloristen, die den Komponisten zur Hölle wünschen, weil er schlichte Volksvorlagen mit glitzerndem Talmischmuck garniert hat. In der Tat verkündete Canteloube, unbearbeitete Lieder seien «wie gepresste Blumen – trocken und tot». Also besorgte er den Liedern aus der alpinen Auvergne-Region ein luxuriöses Klanggewand, das farbenfreudig zwi ...