Seine 2002 erschienenen Lebenserinnerungen hiessen «Über Grenzen». Nun hat der deutsche Sozialwissenschaftler Ralf Dahrendorf die letzte Grenze überschreiten müssen: Er ist vergangene Woche im Alter von achtzig Jahren verstorben.
Er habe nie in den Chor derer eingestimmt, die die Abschaffung aller Grenzen forderten, schrieb Dahrendorf. Grenzen würden ein willkommenes Element von Struktur und Bestimmtheit schaffen. «Eine Welt ohne Grenzen ist eine Wüste; eine Welt mit geschlossenen Grenzen ist ein Gefängnis; die Freiheit gedeiht in einer Welt offener Grenzen.»Dahrendorf stieg vom Arbeiterkind zum Universitätsprofessor auf. Viel wichtiger für ihn war jedoch die Überschreitung der ...