Schanghai im Mai. Die Abende sind lau, die Platanen-Alleen in der ehemals französischen Konzession lauschig. Auf dem «Bund», einer der schönsten Uferfronten der Welt – das klassizistische Customs-House, das «Peace»-Hotel, die ehemaligen Konsulate und die Banken –, warten wir, bis um elf die Beleuchtung erlischt. Selbst die im Vorjahr so aufsässigen Bettler sind weg, von der Polizei vertrieben.
Jenseits der Waibaidu-Fachwerk-Brücke imponiert das «Shanghai Mansion»: Erbaut als Wohnturm, beherbergte das sachliche Hochhaus später das Militärhauptquartier der Japaner und nach deren Niederlage jenes der USA. Seither ist es ein Hotel, in dem einst deutsche Schriftstellerdelegationen ...