Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen (Matthäus 24, 35). Vor genau 500 Jahren begann Huldrych Zwingli am Zürcher Grossmünster mit der fortlaufenden Auslegung des Matthäusevangeliums. Solche lectio continua war damals in der katholischen Kirche untersagt. Die Textauswahl war durch die alljährliche Perikopenordnung festgelegt. Hinzu kam, dass die Deutungshoheit beim Papst lag. Heute folgt die katholische Kirche für die Sonntage einem dreijährigen, die lutherische Kirche einem sechsjährigen Turnus. Aber auch so bleiben die meisten Bibeltexte unberücksichtigt. Deshalb ist die lectio continua wünschenswert. ...