Nur weil ein Album zehn Jahre alt ist, wird es noch nicht besser. Warum also zehn Jahre «The Holy Bible» feiern? The Manic Street Preachers sind jene britische Band, die es darauf angelegt hatte, sich öffentlich zu verbrennen, in Leidenschaft, in Wahrheitsliebe, in selbst definierter Radikalität. Sich manische Strassenprediger zu nennen, ist eine klare Einbahnstrasse, das Scheitern vorprogrammiert. Der 1995 auf Nimmerwiedersehen verschwundene Gitarrist und Texter Richie Edwards war das dunkle Herz der Band und «The Holy Bible» ein Punk-Update, rabiat und eingängig wie Nirvana, aber in keinem Abhängigkeitsverhältnis von diesen, sondern gleichwertig, also schwer unterschätzt. Nachhil ...