Nicht von den italienischen Opernmeistern Rossini und Verdi samt ihrer eigenartigen Liebe zu Schiller-Dramen sei hier berichtet, sondern von der musikalischen Huldigung eines deutschen Landsmannes. Von Max Bruch hat zwar nur der Wunschkonzert-Hit des g-Moll-Violinkonzerts über- lebt. Der gebürtige Kölner sah sich indessen vor allem als Verfasser von Oratorien – eine Gattung, die im späteren 19. Jahrhundert fast schon tot war (Richard Wagner: «eine naturwidrige Ausgeburt»). Bruch liebte Schiller «in unbegrenzter Verehrung». Ihn gelüstete es, dessen «pietätvollen Gesinnungen einen starken Ausdruck zu geben». Also vertonte er 1878 «Das Lied von der Glocke» in voller Zwei-Stunden ...