Zu nachtschlafender Stunde auferstand im zweiten Tessiner Kanal Nelson Mandela, neunzehn Jahre jünger und fünf Zentimeter kleiner, aber es war unzweifelhaft Madiba mit seinem grossväterlichen Charisma. Der Film hiess «Invictus» – eines dieser wunderbaren Spätwerke Clint Eastwoods –, und er erzählt, wie Präsident Mandela die südafrikanische Rugby-Mannschaft, die Springboks, die bärenstarken weissen Vorbilder der Buren-Arroganz, auf seine Seite zog und sie in Helden der geeinten Nation verwandelte. Ein patriotischer Streifen, gedreht 2009, manchmal hart an der Grenze zum Kitsch, aber gespenstisch authentisch dank Mandela, der natürlich nicht Mandela ist, sondern Morgan Freeman, ...