Für mich sehen Zürcher Antiquitätenhändlerinnen alle gleich aus: dünne, blasierte Frauen über vierzig in teuren Kleidern. Aber nicht für Oli. Jedenfalls die eine nicht, deren Geschäft bei mir um die Ecke ist. Während Oli da einen Tisch, dort einen Sessel begutachtet, denkt er über den perfekten ersten Satz nach und fragt sich, ob er nicht doch zu jung für sie wäre. Schliesslich verweilt er bei den Bistrostühlen, und weil ihm der Satz nicht einfällt, fragt er nach deren Stückpreis und versucht dabei, jene Mischung aus Beiläufigkeit und Interesse zu imitieren, die er bei Fachleuten beobachtet hat. Sie sagt gelangweilt: «Mpfgthundert.» – «Vierhundert? So viel?» Schweigen. ...