Nur ein toter Dichter ist ein guter Dichter, klagte einst Dürrenmatt. Sicher ist nur ein toter Jazzer ein guter Jazzer. Dies ist die Musik der verkannten Genies. Der Improvisation, also dem Augenblick, verschrieben, taten sie das Ihre, ihr Leben bzw. ihr Ableben zu beschleunigen. Der Verkennung folgt die Verklärung, und so ist aus der Jazzfotografie eine eigene Kunst geworden.
Mehr noch als andere Stilrichtungen ist Jazz eine optische Musik. Weil sie so körperlich ist und so untrennbar von ihrem Umfeld. Zu ihren Ikonografen gehörte Herman Leonard, der porträtierte Marlon Brando, Einstein und schöne Frauen, doch seine Leidenschaft galt dem Jazz. Die 2-CD-Box «Jazz Memories» mit 31 Ch ...