So wie dieses Album beginnt, bestätigt es, warum ich Blues hasse: gemütliche, selbstzufriedene Humptahumpta-Klagelieder. Spencer Bohren, ein mir bis dato nicht geläufiger Sänger, Mittvierziger in schwarzem Anzug, mit schütterem Haar, gutmütig-drolligem Gesicht, das Hemd bis zum obersten Knopf geschlossen. Das ist wohl das Letzte, was wir uns antun würden – ein Yuppie (falls noch jemand weiss, was das ist), der sich zwecks Authentizität in eine heruntergekommene Toreinfahrt stellt.
Was auf seinem neuen Album «Solitaire» dann beunruhigt, ist die Ruhe. Die Gemächlichkeit, die, spätestens wenn man auf die Texte hört, meist eine Traurigkeit ist. Er sei «lonely, lonely» mitten unt ...