Blut klebt in ihren Haaren und auf der Stirn. Es rinnt ihr in die Augen und über die vollen Lippen bis zum Kinn. In der sechsteiligen Fotoserie «Self-Portrait with Blood» zeigt sich die kubanische Künstlerin Ana Mendieta (1948–1985) als besudelte Heilige. Auf jeder Fotografie posiert sie ein wenig anders, mal hält sie die Augen in gelassener Würde geschlossen, mal hat sie den Kopf trotzig in den Nacken geworfen, mal blickt sie der Kamera mit einem fast triumphierenden Blick entgegen.
Auch dreissig Jahre nach ihrem Entstehen hat diese Arbeit nichts von ihrer Kraft verloren. So unangenehm einen der Anblick des blutüberströmten Gesichts berühren mag, die Frau, die sich hier darstellt ...