In der internationalen Presse wird Jair Bolsonaro fast unisono als homophober und rassistischer Umweltschänder karikiert. Entsprechend kühl empfing der brasilianische Präsident den Blogger Flavio Morgenstern, der sich als Vertreter der Weltwoche angemeldet hatte: «Werden wir jetzt eines dieser Schwulen-Interviews führen?» Seine angeblichen Sprüche aus grauer Vergangenheit interessierten ihn nicht, erwiderte Morgenstern, sondern nur die aktuelle Realität: Wo steht Brasilien nach einem Jahr Bolsonaro? Der vermeintliche Haudegen zeigte sich als erstaunlich differenzierter Pragmatiker, der auch offen über seine Niederlagen spricht. Im Verlauf des Ge ...