Wein ist zunächst einmal einfach vergorener Traubensaft. Sagte mir ein prominenter Winzer. Schon. Aber Wein ist halt auch eine Projektionsfläche. Was wir aus einem Glas heraustrinken, ist, was wir zuvor in dieses hineinfantasiert haben. Nicht immer, aber meistens. Umso überraschender und vergnüglicher, wenn eine Flasche meine Vorurteile widerlegt. Zum Beispiel dieser «Saffredi» 2010 von Elisabetta Geppetti in der toskanischen Maremma. Er ist sozusagen ein «Supertuscan» der ersten Stunde. 1987 erstmals als sortenreiner Cabernet Sauvignon gekeltert, wurde er mit prominentem önologischem Beistand (an seiner Wiege stand Giacomo Tachis, der Erfinder von Denkmälern wie Tignanello, Sassic ...