Sieben Jahre musste sich der deutschsprachige Literaturbetrieb, der sonst alle 24 Monate mit einer Geburt pro Autor rechnen darf, diesmal gedulden: Ingo Schulzes lange angekündigter grosser Wenderoman wurde einfach nicht fertig. Dabei hatte der Mann mit «Simple Storys», übersetzt in fünfundzwanzig Sprachen, 1998 einen Welterfolg gelandet. Konnte es sein, dass der Verfasser kleiner, trockener, verzwickt ineinander verwobener Geschichten am beabsichtigten Epos gescheitert war? Viele Kritiker glaubten kaum mehr, dass man noch etwas erwarten konnte. Bis der Berlin-Verlag das Werk Ende September schliesslich an sie weitergab: «Neue Leben», Roman, 790 Seiten.
Im Mittelpunkt das Schicksal En ...