Als Charlie Parker 1955 von der Jazzszene New Yorks verschwand, keine 35 Jahre alt, zerstört vom Rauschgift und versehrt von allem, was ein schnelles Leben einem wie ihm zufügt, kam Cannonball Adderley. An den Brandmauern von New York tauchten die Inschriften «Bird lives!» auf, da wurde der Bonhomme aus dem tiefen Süden schon als «der neue Parker» gefeiert. Seine Stimme kam aus dem Blues, wo er am schwärzesten ist (wie die Parkers auch), aber anders als der obsessionierte Untergeher brachte er ihr eine Biegsamkeit und Eloquenz bei, die manchen Jazz-Existenzialisten als unverbindliches Virtuosentum erschien.
Es gibt keinen Altsaxofonisten im modernen Jazz, an dem Parker spurlos vorü ...