Buch gegen dicke Schwarten
Jürgen Hosemann: Papierkorb. Über Leben und Schreiben. Berenberg. 128 S., Fr. 31.90
In den 1920er und 1930er Jahren war Oskar Loerke, ein bedeutender Lyriker und Reiseschriftsteller, Lektor im S.-Fischer-Verlag. Loerke führte Tagebuch, und noch heute liest man gespannt, wie ein Lektorat mit Gerhart Hauptmann ablief – im Hotel «Adlon», bei einem Champagner-Frühstück – oder wie sich ein griesgrämiger Thomas Mann bei Samuel Fischer, dem Verlagsinhaber, beschwerte, weil das Lektorat 24 Stunden nach Eingang des Manuskripts von «Der junge Joseph», dem ersten Teil des Monumentalwerks «Joseph und seine Brüder», noch kein schriftliches Urteil abgegeben hatte. Aber noch mehr als unter Thomas Manns Ungeduld litt Lektor Loerke unter der täglichen Fronarbeit ...
