«Der wirkliche Machthaber der Zukunft wird der sein, der neue Sprachregelungen durchsetzen kann», sagte Friedrich Nietzsche. In Moldawien ist dieses Wort aktueller denn je: Im Kleinstaat zwischen Rumänien und der Ukraine droht ein Streit ums Alphabet zu einem ernsten Konflikt auszuarten.
Seit dem Ende der Sowjetunion ist Moldawien unabhängig, aber gespalten: Die westliche Hälfte spricht mehrheitlich rumänisch, im Ostteil, dem faktisch unabhängigen Transnistrien, überwiegt das Russische. Gleichwohl gibt es auch im moskautreuen Transnistrien eine rumänischsprachige Minderheit. Doch deren Freiheit ist bedroht: Seit Mitte Juli haben transnistrische Milizen mehrere rumänische Schulen ge ...