Schön, aufregend, anrührend, tröstlich ist an diesem seltsamen Salzburger Osteropernereignis der Blick auf Claudio Abbado. Vom dämmrigen Schein aus dem Graben, lichtgemeisselt wie ein Caravaggio-Schädel, dramatisch beflackert von der mal präzise kleinen, mal weltumarmenden Gestik seiner Hände. Das Ohr macht weit: Aus dem Nichts erhebt sich das «Parsifal»-Vorspiel, licht, ruhig, aber rasch pulsierend atmet es Gralsgedanken, nimmt Erlösung vorweg. Der scheidende Chefdirigent der Berliner Philharmoniker dirigiert sein Orchester in ihrer letzten gemeinsamen Opernproduktion, mit Sorgfalt und Delikatesse, gespannt, doch souverän entspannt. Den Sängern reichen wenige, ohne Text gegebene ...