Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt lebten eine schwierige Freundschaft. Vor allem der Berner wusste um die Dünnhäutigkeit des zehn Jahre älteren Zürchers und setzte ihm mit Scherzen zu, die nicht immer von der feinsten Art waren. Einmal abgesehen davon, dass für Dürrenmatt ohnehin alles nordöstlich von Olten Ausland war, lachte er, der geeichte Bordeaux-Kenner, sich regelmässig schief über Frischs sentimentale Liebe zu den Ostschweizer Rotweinen, denen der Wanderer auf Albin Zollingers Spuren am Pfannenstiel so gerne zusprach. Dürrenmatt trank bis an sein Lebensende nicht einmal die Neuenburger, die vor seiner Haustür wuchsen. In beider Hinsicht würde er sich allerdings wundern ...