Der deutsche Antikenforscher Christian Meier hat in seinen Studien zum römischen Diktator und Feldherrn Cäsar für den Zustand der römischen Republik die Wendung «Krise ohne Alternative» geprägt. Der Gedanke dahinter ist interessant: Die römische Republik ging in den Jahrzehnten vor Christi Geburt an ihren eigenen Widersprüchen zugrunde, ohne dass die damals lebenden Politiker eine tragfähige institutionelle Alternative entwickeln konnten. Niemand wollte die Republik bewusst zerstören, aber das für einen kleinen Stadtstaat entwickelte Gemeinwesen zerbrach an den Herausforderungen, die das zum Weltreich angeschwollene Rom bestehen musste.
Die von ihrer Aristokratie im Konsens ge ...